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Alchimie f.
'Bez. f. d. ma. Goldmacherkunst', aus arab. al-kímiá 'die
Chemie, Stoffkunde', also die Lehre von den Stoffen, aus denen unsere
Welt besteht.
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Alex
Kurzform von: Alexander, männl.
Vorname griech. Ursprungs, bedeutet etwa „der Männer Abwehrende“;
„Schützer“.
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Algebra
f.
Gleichungslehre als Teilgebiet der Mathematik, Buchstabenrechnung,
im modernen Sinne Lehre von den formalen Rechenbereichen (Ring,
Körper u. a.), Übernahme (Mitte 15.Jh.) von gleichbed. lat. algebra, gebildet
(12.Jh.) in Anlehnung an arab. al-gabr, eigentl.
'Wiederherstellung, Einrenkung (getrennter, gebrochener Teile)'.Das
arab. Wort ist enthalten in dem Titel 'ilm al-gabr wa 1-muqâ
bala ' Wissenschaft von den
Wiederherstellungen'.
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Alkohol
m.
'Spiritus, Weingeist, daraus hergestellte
Getränke'. Arab. kuhl bezeichnet
ein fein pulverisiertes kosmetisches Färbemittel. Die Spanier übernahmen
es aus dem Arab., und zwar mit dem Artikel al-, hispano-arab. al-kuhúl. Das
daraus entstandene span.alcohol wird
von den Alchimisten (s.o. 'Alchimie') übernommen und bezieht sich
auf die besonders feine Stofflichkeit und hohe Flüchtigkeit des
Alkohols.
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Alkoven
m.
'von einem größeren Raum abgehende
Schlafnische'. Aus arab. (mit Artikel) al-qubba 'Kuppel,
kleines, an ein größeres angegliedertes Zimmer'.
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Allotria
Plur.
doch häufig als Sing. n.
aufgefasst, 'vergnüglicher Unfug'. Griech. allótria 'fremdartige,
nicht zur Sache gehörige Dinge'.
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amen
bekräftigende Schlussformel nach
Gebet und Predigt. Hebr. 'amen' 'so
sei es, gewiss, wahrlich' dient schon im synagogalen Gebrauch des
Altertums als Ausdruck der Anerkennung und Bestätigung eines vorgelesenen
Textes oder Gebets.
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Amok
[per
eMail von Aurelia Hübner am 12. April 2005]
(malaiisch meng-âmok,
in blinder Wut angreifen und töten)
Quelle: wikipedia.de
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Bio-
'Lebens- , das Leben betreffend',
Kompositionsform von griech. bíos 'Leben', die bereits im
Griech. als erstes Glied von Zusammensetzungen begegnet, dann im
Deutschen und in anderen modernen Sprachen für viele Neubildungen
im wissenschaftlich-sprachlichen Bereich herangezogen wird.
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Biologie
f.
Wissenschaft von den Zusammenhängen
des Lebens', gelehrte Neubildung, anfangs im Sinne von 'Wissenschaft,
Theorie des Lebendigen'. Zusammengesetzt aus Griech. bio
und –logie
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Brezel
f.
siehe Stuten
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Brot
f.
ein uraltes Wort, nicht nur im Deutschen, sondern in den Sprachen
vieler Völker. Grimm meint, dass es von dem Wort „brechen“
komme, andere sagen, dass "Brot" ursprünglich auf
den Gärungsprozess (brauen, brodeln) verweist, denn Brot meint
das gesäuerte Gebäck.
Älter
allerdings ist das Wort „Laib“ für ungesäuertes
Brot. Welche Bedeutungen hatte es! Die englischen Wörter „Lord“
und „Lady“ kommen von „Laib“. Sie bedeuteten
„Brotherr“ und „Brotkneterin“ [Die Rollen
waren halt sehr traditionell aufgeteilt...], und auch das deutsche
Wort „Genosse“ stammt von „Laib“ ab; er
ist derjenige, der mit einem anderen das Brot teilt, ihm also sehr
vertraut ist, einen elementaren Teil des Lebens teilt, eben ein
Genosse, ein Kumpan, in der besten Bedeutung des Wortes. Und so
stellt sich‘s der Bäcker natürlich am liebsten vor:
Sein Brot, auch wenn‘s nicht mehr ungesäuert ist, als
Bindeglied zu einem netten Menschen, einem Genossen, mit dem man
es gern verschmaust !
[per eMail von
Klaus Weissrot, 14.07.2003]:
Laib kommt aus
dem slawischen Chlepa. Treibmittelloses Fladenbrot.
Zur Zeit der Völkerwanderung begegnet es dem Baltischen Bröd,
sauerteig- gedunsenes Brot.
Fortan wollte man ein Chlepa Bröd, also daher ein Laib Brot,
und daher Laib mit AI.
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Chance
f.
'günstige Gelegenheit, Möglichkeit',
zu Anfang des 19. Jhs. von frz. chance 'Glücksfall, Aussicht,
Möglichkeit' übernommen.
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Chaussee
f.
'Landstraße'. Um die Mitte
des 18. Jhs. wird aus Frankreich der Chausseebau übernommen. Damit
wird auch die Bezeichnung frz. chausseé 'erhöhte Fahrstraße'
im Dt. geläufig.
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Computer
m.
'elektronische Datenverarbeitungsanlage'
wird Anfang der 60er Jahre des 20. Jhs. aus dem Amerik.-Engl. übnernommen.
Das Wort geht zurück auf Lat. computare 'zusammenrechnen'
'berechnen'. Daher wird heute auch statt 'Computer' häufig 'Rechner'
verwendet.
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dämlich
[Meine Frage
ist, ob das Wort "dämlich" (für albern oder dumm) sprachgeschichtlich
mit "Dame" irgendetwas zu tun hat. Wenn ja, würde das die patriarchale
Prägung unserer Sprache ja einmal mehr verdeutlichen... Ich habe
diese Behauptung jetzt schon des öfteren gehört, aber bis jetzt
habe ich nirgendwo eine Bestätigung dessen gefunden. ----eMail vom
Feb. 2001]
NEIN, es kommt
von "dumm" , mittelhochdeutsch "toum" = Qualm, Dunst, also einer,
der etwas benebelt ist. Frühere sprachgeschichtliche Formen sind
"däme-lig" und "dämisch" in der Bedeutung von dumm, albern, benebelt
Siehe auch: "Dämlack" mundartlich für "Blödmann" usw.
Man könnte also auch vermuten, dass, wer "dämlich" von Dame ableitet,
in seinem eigenen begrenzten Geist etwas benebelt sei...
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definieren
1
[per eMail
von Jacob J. Mebold, 16 Jahre, 10.07.2002]
In diesem Wort
steckt das lateinische Wort "finis", was "Grenze"
bedeutet. "finieren" ist demnach ein etwas eingedeutschtes
"grenzen", eine Art substantiviertes Verb. Die Vorsilbe
"de" ist (für mich) nicht direkt zu übersetzten,
(habe kein Latein in der Schule), aber es scheint eindeutig, dass
es in diesem Fall "ab" heißen soll. Also hieße
"definieren" "abgrenzen".
Das ist aus
dem Zusammenhang ganz gut zu verstehen, wenn man beispielsweise
von der Definition eines bestimmten Begriffes ausgeht. Da steckt
man sozusagen das Bedeutungsfeld ab. Sprachlich etwas versiertere
Leute sprechen auch gerne mal davon einen Termin genauer zu definieren.
Das kommt Einigen zwar sprachlich komisch vor, ist aber, wie ich
finde, sehr gut, denn es heißt im Grunde ja den Termin ab/-eingrenzen.
Das ist im übertragenen Sinne ja sehr korrekt. Im direkten
Sinne geht das natürlich nicht, aber dafür kann man praktisch
bei der Jagd ein Rudel Wölfe definieren. Sagt keiner so, ist
aber im Grunde nicht schlecht, finde ich ;-)
[Eine sehr anschauliche
Erklärung! Danke, Jacob!]
definieren
2
[per eMail von
Simon Daniel Flottmann, 29.07.2002]
Ich würde
gerne etwas zu der Erklärung von "definieren" beisteuern/sagen:
Es stimmt, dass "finis" "Grenze bedeutet; "de"
ist eine Lateinische Präposition mit sehr vielen Bedeutungen,
unter denen zwar auch "ab" ist, aber die Bedeutungen "völlig"
oder "gänzlich" scheinen geeigneter zu sein, denn
das Verb "finire" heißt schon "begrenzen",
"eingrenzen", "festsetzen" und im Lateinischen
gab es dann schon die Gleichsetzung der Bedeutung zu "definire".
Der ursprüngliche Stamm des Wortes "finis" als "Grenze",
später dann "Erklärung" kommt dann wahrscheinlich
von "fig-snis", ein "festgesteckter Grenzpfahl".
Aus "völlig begrenzen" wurde so "definieren",
also allumfassend erklären.
[Danke für
die genauere Erläuterung, Simon!]
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Dirne
kommt von althochdeutsch thiorna= Mädchen, Jungfrau, Dienerin, mittelhochdeutsch:
dierne, dirne = Dienerin, Magd, Unfreie. Im Mittelniederdeutschen
heißt es "derne", im Altnordischen "therna"
Die Bedeutung:Dirne=Prostituierte erscheint seit dem 15. Jahrhundert
für Mädchen aus niederen sozialen Verhältnissen
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Diskothek
f.
Schallplattensammlung' (um 1935),
'Tanz- und Unterhaltungsveranstaltung für Jugendliche mit Schallplatten-
oder Bandmusik, Räumlichkeit, in der diese Veranstaltung stattfindet',
in der Sprache der Jugendlichen meist verkürzt zu Disco (70er
Jahre des 20. Jhs.). Aus griech. díscos m. 'Wurfscheibe'
und griech. théke 'Behältnis, Kiste, Schrank, Kasten'.
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.Enzyklopädie
f.
'umfassendes Nachschlagewerk, Sachwörterbuch'; zu griech. enkýklios
'kreisförmig, regelmäßig wiederkehrend, üblich' und griech.
paidéia 'Erziehung, Lehre, Bildung'
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epi-
Griech. epi- im Sinne von
'darauf, darüber, hinzu' wird in zahlreichen Entlehnungen ins Dt.
übernommen und als Vorsilbe für die Bildung neuer Wörter verwendet.
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.Epidemie
f.
'massenhaft auftretende ansteckende Krankheit, Seuche'. Das Adjektiv
griech. epidémios 'im ganzen Volk, über das ganze Volk verbreitet',
zu griech. epi- 'über' (s.d.) und démos 'Volk', wird
schon von griech. Ärzten auf eine sich rasch ausbreitende ansteckende
Krankheit bezogen.
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Erziehung
f.
die entsprechenden lateinischen Formen sind educare und
extrahere, wobei educare unserem heutigen "erziehen"
entspricht und extrahere "herausziehen"
bedeutet. Die Wurzel in der dt. Sprache ist ahd. (althochdeutsch,
etwa ab 8.Jh. bis 12. Jh.) irziohan; im Mittelhochdeutschen
(mhd., ab12. Jh. bis Ende 15. Jh.) heißt es bereits erziehen.
In der Vorsilbe er- liegt die von innen auf einen äußeren
Gegenstand gehende Wirkung, z.B. erheben, erwählen, erlassen usw.
Das Wort hatte eine größere Bedeutungsvielfalt als das heutige "erziehen".
1. Bezeichnet
wurde damit das Aufziehen von kleinen Kindern, Tieren und Pflanzen,
zunächst mit Bezug auf leibliche Pflege "und erzieht ihre
Jungen unter den jungen Löwen" (Luther).
2. Bis ins
18. Jh. reicht noch erziehen können im Sinne von
"imstande sein zu ziehen" : "die vier Pferde
konnten meine Halbchaise[kleine Kutsche] kaum erziehen"
(Goethe)
Interessant
ist, dass im Ahd. die Bedeutung das Schwert ziehen, das Beil
ziehen / schwingen häufig ist: arziuh wâfan! Daneben
existiert im Ahd. auch die Bed. "aufziehen": irzôh
daz kind scôno [gut]. In der lat. Form e ducare steckt
ducere = führen.
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etymologisch
Adj., Etymologie Subst.
aus griech. étymos 'wahr',
wahrhaftig' und lógos (s.u. -logie),
'Wissenschaft von der Herkunft der Wörter, von ihrem Ursprung',
also eigentlich die
Lehre von der 'Wahrheit' ihrer Entstehung; bei vielen Wörtern, die
wir täglich benutzen, ist ihre Herkunft spannend zu verfolgen.
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Felix
Vorname, aus lat. felix
'glücklich'
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Fisimatenten
[per eMail von
Elimar Orlopp, 08.08.2002 ]
Wie ich aus
einer Rundfunksendung gehört habe, ist das Wort "Fisimatenten
machen" aus der Zeit der Napoleonischen Kriege in die deutsche
Sprache eingegangen.
Es bedeutet eigentlich "visitez ma tente", was französisch
ist und die Aufforderung beinhaltet, das Zelt eines französischen
Offiziers zu besuchen. Nun, diese Aufforderung wurde immer wieder
den deut-schen Jungmädchen oder -frauen gegenüber vorgebracht,
was zu der elterlichen Warnung führte, dass sie keine Fisimatenten
machen sollten.
[Danke für
die Erläuterung, Elimar! Ich kenne das Wort aus dem Rheinland,
dort spricht man das zweite "i" als "e" - und
der Rheinländer - oder auch die Rheinländerin - gibt dem
Wort einen unvergleichlichen Singsang mit auf den Weg! So etwa stelle
ich mir vor, wie Adenauer seine Tochter zur Raison gebracht hat
;-)]
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[Dirk Sonntag
schrieb am 05.04.2003 Die [obige] Erklärung scheint laut anderen
Forschungen nicht richtig zu sein, sondern eher ins Reich der Sage
zu gehören. Genaueres ist mir aber nicht bekannt.]
Kluge [Etymologisches
Wörterbuch der deutschen Sprache, 24. Aufl.] widerspricht
der hübschen Erklärung ebenfalls:
Fisimatenten
Substantiv Plural (auch als visipatent u.ä.) "Ausflüchte,
Winkelzüge"; erweiterter Standardwortschatz, stilistisch
(16. Jh.) Hybridbildung. Vermutlich Streckform zu fnhd. fisiment
"bedeutungsloser Zierat (am Wappen)", zu mhd. visieren,
das u.a. "die Wappenfiguren ordnen und beschreiben" bedeutet.
Zahlreiche andersartige Erklärungsversuche können nicht
ausreichend gestützt werden.
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Gift n.
bereits
im Althochdt., Mittelhochdt. "gift" als Bezeichnung für
Gabe, Belohnung, Geschenk, Brautpreis [heute noch "Mitgift"]
Wurzel ist das Verb "geben" [engl. to give]
Wie kommt es zu der negativen Bedeutung: Tod bringender Stoff?
"Gift" wurde bereits im Ahd. euphemistisch - also beschönigend-verhüllend
- für "tödliche Gabe" gebraucht. Zunächst war es fem.
(die Gift), dann 15. Jh. masc. und im 16. Jh. neutr. Bei Goethe
noch: die Gift für Gabe, Geschenk.
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Hahn
m.
[Guten
Tag ! Ich bin Franzose_... deshalb ist mein Deutsch nicht sehr gut...
Ich möchte die Quelle des Wortes Hahn wissen. Die Bedeutung als
"Sänger"
kommt von lat. can-ere, singen, chanter, griech. kanaché. Ich denke,
die erste Bedeutung ist der Name des Tiers. Im englischem ist die
selbe Sache : das Wort cock hat die zwei Bedeutungen. -- eMail von
Xavier Negre, Dez. 2000]
Das ist richtig!
Die zweite Bedeutung ist die der "Uhr", "beim Krähen
des Hahns" , "beim Hahnenschrei" = früh am Morgen (nämlich dann,
wenn der Hahn kräht), vgl. 1. Shakespeare, Hamlet 1; 1: the cock,
that is the trumpet to the morn, doth with his lofty and shrill-sounding
throat awake the god of day oder: Matthäus 26, 34 + Markus 14, 72
(Neues Testament)
3. Bedeutung:
"Streit-Hahn" = ein Mensch, der Streit sucht, sich oft streitet
4. Bedeutung: "der rote Hahn" = Feuerteufel, Flammen bei einem großen
Brand
5. Bedeutung: "Hahn im Korb sein" = höchste Geltung bei jemandem
haben, besonders als Mann unter Frauen
6. Bedeutung: "Wetterhahn" = Wetterfahne auf Kirchtürmen
7. Bedeutung: "Hahn" am Gewehr = beweglicher Teil am Gewehrschloss,
das ur-sprünglich in der Form eines Hahns gebaut war
8. Bedeutung: "Hahn" beim Uhrmacher = das Stück, das die Unruh bedeckt
[Aber warum
sagt man Wasserhahn ?]
Es ist eine Übertragung des Wortes "Hahn" nach der FORM der Absperrvorrichtungen
an Wasserleitungen, Fässern (seit dem 15. Jahrhundert)
[Was ist die
Beziehung mit dem Gockel ?]
Gockel kommt von "Gickel", "Gickelhahn" = lautmalender Name aus
dem südwest-deutschen Sprachgebiet; auch: "Göcker", "Güggel", "Göckelhahn",
>"Gockelhahn", "Gickelhahn" (thüringisches Sprachgebiet)
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hänseln
Vb.
hänseln
/ hansen / hanseln kommt nicht etwa von Hans, sondern von Hanse.
1. das Verb bedeutet ursprünglich: in eine geschlossene Gesellschaft
feierlich aufnehmen (Hanse in der Bedeutung von Vereinigung,
Genossenschaft -> altes gotisches Wort [hansa] - noch jetzt in Kärnten
"hanse" neben "hans" für Geplauder, Unterhaltung). Das Hänseln war
Sitte in der Genossenschaft der Fuhrleute, bei Handwerksburschen,
Schiffern usw.
2. Die Bedeutung
foppen, jemanden zum Besten haben erwuchs aus den Bräuchen der Aufnahme
in eine solche Genossenschaft, die oft etwas Komisches in sich trugen.
Das Substantiv Hansel / Hänsel / Hänselein als Koseform für Hans
bedeutet a) Narr, Lotterbube; b) auch: Penis (Mir lag ein weip gar
hart im sinn / das ich ir wollt mein henslein geben) c) Hänsel am
Wege: Pflanzenname (in Österreich auch für taube Gerste)
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Hexe
f.
[per eMail von
Anke Diana Humer am 30. 06. 2004]
entstanden aus den Worten Haag = Zaun und sitzen
(auch reiten),
also Zaunreiterin - daraus wurde später der Besen.
Der Wortstamm ist mittelalthochdeutsch (heißt das so?)
Der heute nur noch wenig gebräuchliche Begriff
Haag wird im Badischen
benutzt als Bezeichnung für Leute, die nachts betrunken aus
der
Wirtschaft heimtorkeln (Haagsaicher = Zaunpinkler).
Es ist dort im weiteren Sinne auch als Schimpfwort
gebräuchlich,
wenn jemand "Mist baut".
Im Englischen hingegen entstand die Hexenbezeichnung
"witch" aus dem
germanischen Wort wicca (=weise Frau). Wiccas waren gewissermaßen
"weibliche Druiden"; Frauen mit Wissen über Heilkräuter.
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informieren
Vb.
'in Kenntnis setzen, benachrichtigen'
, aus lat. informare in
seiner übertragenen Bedeutung 'durch Unterweisung bilden, befähigen,
unterrichten'
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Kaffee
m.
Kaffeestrauch, dessen Samen und
das daraus bereitete Getränk. Im 17. Jh. werden frz. café wie
auch engl. coffee
ins Dt. entlehnt. Diese Wörter stammen aus türk. kahvé,
das auf arab. qahwa
beruht.
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kalt
machen Vb.
rotw. 'töten, ermorden'
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Kanal
m.
die Wortgeschichte
geht weit zurück. Das ursprüngliche Wort stammt
aus dem babylonisch-assyrischen "qanu" für Rohr.
Vielleicht liegt die Wurzel noch weiter zurück, im Sumerischen,
das ein Wort "gin" für Rohr kennt.
Im
Lat. heißt es canalis = Röhre, im Griech. kánna. Im Italienischen
bedeutet es Wasserarm, Wasserlauf, Wasserröhre (Canale grande...).
Im Ahd. heißt es kánali, im Mhd. kanel, alemannisch chännel. So
heute im Schweizerischen noch die Bezeichnung "chäner"
für Dachrinne. Erhalten in Ortsnamen wie "Kehl" am
Rhein, (urkundlich "kenle"), "Kandel" (Schwarzwald).
Engl. channel, altfranz. chanel
Verwandte
Wörter: Kanister, Kanone, Kanüle, Knaster
[per
eMail von Peter Renzel am 15.11. 2008]:
... zum Begriff Kanal, so vermute ich, gehört auch das in
der nördlichen Eifel bis nach Köln verbreitete Wort
Kall. So gibt es einen Fluß "Kall", an
dem der schöne Ort "Simonskall" (genannt im 17. Jahrhundert
nach seinem wichtigsten Bewohner "Simon op der Callen")
liegt. Der Ort Kall ist nicht weit. Berühmt ist auch der "Kallendrisser"
am kölner Altermarkt, der auf drastische Art und Weise seinem
Namen Ehre macht.
In allen Fällen geht es um "geführte Wasser(ver)läufe"
in Form von Bächen, Dachrinnen, Röhren.
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kapieren
Vb.
'verstehen, begreifen', im 17.
Jh. aus lat. capere 'mit dem Verstand auffassen, begreifen'
(eigentl. 'nehmen, fassen, ergreifen') in die Schülersprache entlehnt.
Daran anschließend die scherzhafte Wendung schwer von Kapee
'begriffsstutzig, geistig schwerfällig' (um 1900 ).
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Katze
[per eMail von Dominik Schwarz | 23.06.2003] Mein Vorschlag für
eine Erweiterung:
"Die Katze aus dem Sack lassen".
Kein Wort, sondern ein Spruch, aber dennoch interessant.
Zur Erläuterung:
Die hier gemeinte Katze hat nichts mit dem Haustier zu tun. Es geht
dabei um ein Folterinstrument mit mehreren Lederriemen. Der Begriff
stammt aus dem englischen maritim-militärischen Bereich.
Auf den Schiffen herrschten strenge Vorschriften, wer dagegen verstieß,
wurde bestraft.
Und wenn nun der Maat die Neunschwänzige Katze aus seinem Sack
nahm, dann
waren seine Absichten doch recht offensichtlich...
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Kies
m. und n.
rotw. 'Geld, Beutel' ; Münzgeld
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Kneipe
f.
rotw. 'Diebswirtshaus'. Das Wort wurde im 18. /19. Jh. von Studenten
übernommen und bezeichnet eine 'kleine, gemütliche Schenke', gelegentlich
in abfälliger Bedeutung.
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Krawatte
f.
Halsbinde, Schlips: als im 17. Jh. kroatische Reiterregimenter
von der frz. Armee angeworben worden und in Paris stationiert
waren, nannte man die Soldaten "Croate", später "Cravate".
Sie trugen ein Halstuch, deren zwei Enden herabbaumelten. Das gefiel
derart, dass es sofort überall nachgeahmt und zur Mode der Männer
wurde. So wurde der Name der Reiter auf das Halstuch übertragen,
und fortan heißt das Halstuch "Krawatte".
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Lady
kommt von altengl. hlaf=(Brot-)Laib , althochdeutsch hleib -
so ist die LADY die "Brotherrin", was bedeutet "Herrin, deren Brot
einer isst", sie gebietet also über "Untertanen", ist Schlossherrin,
Königin als Adelstitel.
Lord
kommt aus demselben Ursprung: "Herr, dessen Brot einer isst", "Brotbeschützer",
später dann Adelstitel, hohe engl. Anrede |
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Lena
weibl. Vorname, Kurzform von a) Magdalena, aus der
Bibel übernommener weibl. Vorname hebr. Ursprungs, eigentl. 'Maria
aus Magdala'; b)Helene, weibl. Vorname griech. Ursprungs;
die Bedeutung ist unklar. Im Ungar. heißt der Vorname Ilona.
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-logie
f.
Wortbestandteil
in Zusammensetzungen, die 'Wissenschaften' bezeichnen; aus griech.
lógos 'Wort, Sprache'; das dazu gehörige Vb. lautet griech.
légein 'sammeln, sagen, vortragen'.
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Mann
m.
ahd, mhd "man" : Mensch; Krieger, Mann . Urbedeutung
"Mensch" ist erhalten in "jemand", "niemand",
"man". Auch Frauen konnten in den alten Sprachen gemeint
sein; erhalten in engl. "woman".
Überhaupt tritt die Bezeichnung "Mann" als Gegensatz zu
Frau /Weib / Kind zurück in den Wendungen: Manns genug sein - mit
Mann und Maus - eine Ware an den Mann bringen - alle Mann an Bord.
verwandt mit lat. "mannus" (aus dem Germanischen): Stammvater
- Gott der Germanen
Ausgangsbedeutung mögl. indogermanisch *men = denken, geistig erregt
sein - oder: *men- = hervorragen, aufrecht gehendes Wesen (lat.
mons, Berg) [Das würden die Männer sowieso nicht allein für sich
in Anspruch nehmen...]
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Mark
f.
ist im Ursprung ein sehr altes,
germanisches Wort mit der Grundbedeutung: Grenze, Zeichen, Land;
erhalten noch heute z.B. in "Mark Brandenburg" = Grenze
zu den Slawen. Genauer: Es bezeichnet zunächst die Art und Weise,
wie eine Ländergrenze kenntlich gemacht wird, also z.B. angestrichene
Pfähle, gebrannte und daher teilweise geschwärzte Bäume usw. (vgl.
"Marken setzen", "markieren", "Markstein",
"Textmarker")
"Mark"
hat wohl eine enge Beziehung zu "Mal" = Fleck, verschieden
gefärbtes Zeichen am Körper eines Menschen (Muttermal; auch übertragen:
Kainsmal).
Die
Bedeutung "Mark" = Geldstück geht darauf zurück,
dass ein Gold- oder Silberstück mit einem bestimmten Gewicht von
dem Landesherrn z.B. mit einem Zeichen versehen wurde, wodurch
dieses Stück Edelmetall seinen genauen Wert
erhielt (Münzen werden geprägt). Der Wert der Münzen war sehr unterschiedlich,
je nachdem, in welchem Gebiet sie in Umlauf waren.
Aus
"Mark" im Sinne von = 'Zeichen für eine Grenze'
kommt z.B. auch das (urspr. frz.) Wort Markise, das ursprünglich
das Zeltdach eines Offizierszeltes bezeichnete und die Abgrenzung
zu den gemeinen Soldaten signalisierte.
Eine
nette Geschichte ist übrigens auch die Herkunft des Wortes Moneten
für Münzgeld. In Rom lag die Münzpräge, also die "Geldfabrik",
neben dem Tempel der "Mahnenden Juno", lat.= Juno
moneta. Diese räumliche Nähe brachte den Geldmünzen den Namen Moneta.
(gefunden in: Herbert Rosendorfer, Rom, 1990)
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Mathematik
f.
Wissenschaft von den Zahlen, Raumgrößen,
Mengen. Griech. mathémata'
mathematische Wissenschaften', manthánein
'lernen'. Dieses Wort ist verwandt mit dem dt. 'munter' !
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Mitgefühl
/ Mitleid (aus: Milan Kundera, Die unerträgliche Leichtigkeit
des Seins)
Alle aus dem Lateinischen hervorgegangenen Sprachen bilden das Wort
Mitgefühl aus der Vorsilbe com- und dem Wort, das ursprünglich
'Leiden' bedeutete: passio. Andere Sprachen, so das Tschechische,
das Polnische und das Schwedische, drücken diesen Begriff durch
ein Substantiv aus, das aus der Vorsilbe Mit- und dem Wort 'Gefühl'
besteht (tschechisch sou-cit, polnisch wspol-uczucie, schwedisch medkänsla).
In den aus dem
Lateinischen hervorgegangenen Sprachen bedeutet das Wort compassio:
wir können nicht herzlos den Leiden eines anderen zuschauen,
oder: wir nehmen Anteil am Leid des anderen. Aus einem anderen Wort
mit ungefähr derselben Bedeutung (französisch pitié,
englisch pity, italienisch pietà usw.) schwingt sogar unterschwellig
so etwas wie Nachsicht dem Leidenden gegenüber mit: »Avoir
de la pitié pour une femme« heißt, daß wir
besser dran sind als diese Frau, uns zu ihr hinabneigen, uns herablassen.
Aus diesem Grund
erweckt das Wort Mitleid Mißtrauen: es bezeichnet ein schlechtes
Gefühl, das als zweitrangig empfunden wird und nicht viel mit
Liebe zu tun hat. Jemanden aus Mitleid zu lieben heißt, ihn
nicht wirklich zu lieben. In
den Sprachen, die das Wort nicht aus der Wurzel Leiden, sondern
aus dem Substantiv 'Gefühl' bilden, wird es ungefähr in
demselben Sinn gebraucht; man kann aber nicht behaupten, es bezeichne
ein zweitrangiges, schlechtes Gefühl. Die geheime Macht seiner
Etymologie läßt das Wort in einem anderen Licht erscheinen,
gibt ihm eine umfassendere Bedeutung: Mit-Gefühl haben bedeutet,
das Unglück des anderen mitzuerleben, genausogut aber jedes
andere Gefühl mitempfinden zu können: Freude, Angst, Glück
und Schmerz.
Dieses Mitgefühl (im Sinne von soucit, wspoluczucie, medkänsla)
bezeichnet also den höchsten Grad der gefühlsmäißigen
Vorstellungskraft, die Kunst der Gefühlstelepathie; in der
Hierarchie der Gefühle ist es das höchste aller Gefühle.
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Moneten
siehe Mark
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nervös
Adj.
'die Nerven betreffend, an schwachen
Nerven leidend, reizbar, erregt' aus lat. nervus
'Muskel, Sehne, Nerv'
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Pappe
f. bedeutet ursprünglich: "Kinderbrei". Es ist ein sogenanntes Lall-Wort.
Die Bedeutung "Pappe = dickes Papier, Karton" ist erst später entstanden
und stammt von den dicken Kleisterschichten her, die die einzelnen
Papierlagen der Pappe mit einander verbinden. (Also: "Kinderbrei
= Kleister"). "Etwas ist nicht von Pappe" = etwas ist solid, ordentlich
(nicht wie "Brei").
[per eMail von Christian Koeppen | 11.07.2003] Danke für die
frühe Belegstelle!
Das toskanische/italienische
Wort "pappo" auch bei Dante (Purgatorio
[= Läuterungsberg] 11, Zeile 105) gefunden:
[...]
Non è il mondan romore altro ch'un fiato
di vento, ch'or vien quinci e or vien quindi,
e muta nome perchè muta lato.
Che voce avrai tu più, se vecchia scindi
da te la carne, che se fossi morto
anzi che tu alsciassi il “pappo" e il “dindi",
pria che passin mill' anni? [...]
“Es ist
der Ruf des Menschen nur ein Blasen /
des Windes, der bald da-, bald dorthin wehet /
und Namen wechselt, wie er Richtung wechselt /
Hast du mehr Ruhm, wenn du im Alter scheidest /
aus deinem Leib, als wenn du schon gestorben, /
bevor dem Kinderlallen du entwachsen, /
dereinst nach tausend Jahren?"
(übersetzt von Hermann Gmelin). Begriffe aus der toskanischen
Kindersprache: “Pappo" ist ein Brei, “Dindi"
ein (bedeutungsloser ?) Laut.
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Pleite
f.
rotw. Pleite gehen, Pleite
machen 'entrinnen, fliehen,
sich (heimlich) davonmachen'; darin ist auch die Bed. 'Freiheit'
enthalten.
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Politik
f., politisch Adj.
entstanden aus griech. pólis,
Stadt, Staat, Gemeinwesen.
In seinem Aufsatz "Poesie und Politik" (1962) schreibt
Hans Magnus Enzensberger über die Aufgabe des Gedichts:
"Sein politischer Auftrag ist, sich jedem politischen
Auftrag zu verweigern und für alle zu sprechen noch dort,
wo es von keinem spricht [...]"
"Für alle zu sprechen" - für alle Mitglieder
des Gemeinwesens - wäre ja die Einlösung des ur-politischen
Auftrags. Wozu also die Konstruktion dieses Gegensatzes? Offensichtlich
traut er dieser Übereinkunft nicht mehr, dass mit politischer
Rede alle angesprochen sind, die zum Gemeinwesen gehören. Eine
feine Unterscheidung zwischen Original und seinem verkommenen Ableger.
Zu beobachten in jeder Tagesschau-Ausgabe.
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Programm
n.
'Reihenfolge, Gesamtheit von Veranstaltungen,
Verzeichnis der Darbietungen, aus lat. programma, griech.
prógramma 'öffentliche Bekanntmachung, Tagesordnung'. In
der Computersprache aus amerik.-engl. to program 'Anweisungen
für einen Rechenautomaten'.
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radebrechen
Vb.
Wenn ich in Spanien Urlaub mache und nach dem Weg fragen will, wird
sich das mit meinem Wortschatz von 10 Wörtern wahrscheinlich
so anhören, dass jeder Spanier und jede Spanierin den Eindruck
hat, ich wolle die spanische Sprache foltern. Damit hätten
sie - wortgeschichtlich - den Nagel auf den Kopf getroffen. Denn
radebrechen ist ein Wort, das aus der mittelalterlichen Folter
stammt: Damals wurden Diebe z.B. aufs "Rad geflochten"
- und dazu musste der Henker ihnen die Glieder brechen. (Nach dem
Tod der Gefolterten musste er die Glieder übrigens wieder einrenken,
was als Kunst galt...).
Ich radebreche
das Spanische. Im vergangenen Jahr radebrechte ich das Italienische.
Vielleicht sollten wir dieses schwach konjugierte Verb vorsichtshalber
nicht mehr in den Mund nehmen...
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Realschule
f
zuerst von Pfarrer Chr. Semler in Halle 1706 für die lateinlose
Lehranstalt verwendet, die er noch 1705 'Mathematische Handwerksschule'
nennt. Aus lat. Adj. real 'wirklich,
sachlich', zu lat. res
'Sache, Ding'.
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Rektor
m.
'Leiter einer Schule', von lat.
regere 'leiten, lenken,
herrschen, geraderichten' .
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Religion
f.
von lat. religio 'Sorgfalt, religiöses Gefühl, Glaube, das
Heilige' zu lat. relegere 'immer wieder, von neuem lesen'.
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Rotwelsch
Bezeichnung für die deutsche
Gaunersprache. Schon um 1250 versteht man unter "rotwalsch"
Worte, die geheimen oder arglistigen Sinn haben. Die Bestandteile
des Wortes sind "Rot" und "welsch". "Rot"
war die Bezeichnung für Bettler, Spielleute, Possenreißer und Gaukler,
also Menschen, denen nicht recht zu trauen ist. "Welsch"
ist (auch) die Bezeichnung für die romanischen Sprachen und darüber
hinaus für jede nicht verständliche Redeweise. Das Wort "Kauderwelsch"
bezeichnet noch heute eine Sprache, die nicht verständlich ist bzw.
erscheint. Die "kauderwelschen Lamparter" (vgl.
Robert Schneiders Roman "Schlafes Bruder", in dem eine
vorarlbergische Familie den Namen "Lamparter" trägt) sind
die den Geldwechsel betreibenden Lombarden.
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Safari
f.
[per eMail von Aurelia Hübner am 12. April 2005]
Unter Safari
von arabisch: --- , safar "Reise" verstand man ursprünglich
eine Jagdreise in Ostafrika, bei der gewöhnlich Großwild
erlegt wurde. Später wurde der Begriff dann auch auf andere
Teile Afrikas und der Welt ausgedehnt, etwa wildreiche Gebiete im
südlichen Afrika oder in Indien. Ursprünglich waren Safaris
das Privileg der reichen, meist englischen Oberschicht in Ostafrika.
In den letzten Jahren hat sich der Begriff aber stark gewandelt
und bezeichnet heute meist die unblutigen Ausflüge in die "Wildnis",
bei der hauptsächlich Tiere fotografiert werden und die auch
für weniger betuchte Reisende erschwinglich sind. Dazu hat
sich geradezu eine Safari-Industrie entwickelt, mit festen Führern
etc. Bis heute ist es meist der Ehrgeiz des Reiseleiters neben möglichst
vielen anderen Tierarten alle "Großen Fünf"
vor die Kameras der Touristen zu bringen. Safari ist auch das Suaheli-Wort
für Reise, dabei sind aber die arabischen Einflüsse zu
beachten.
Quelle: wikipedia.de
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Schlamasse m.
rotw. 'Polizist'; Schlamassen 'Unglück, Misslingen, ungünstige
Dinge in den Personal- oder Untersuchungsakten haben'; Schlamassel
'Unglück, schlechter Kamerad', Schlamassel in de Akten machen
'ungünstige Polizeivermerke in die Akten machen'. Zusammensetzung
von dt. schlimm und jidd. masol 'Stern, Gestirn'.
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Schule
f.
Ursprung lat. schola, griech. scholé = Rast, Muße, gelehrte
Unterhaltung, Vortrag, Ort des Vortrags, Auditorium, Schule
ahd. = scuola , mhd. schuole , altes klösterliches Lehnwort , ins
Dt. übernommen etwa im 6. Jh.
Bedeutungsvielfalt: Klavierschule, Hohe Schule der Reiterei, ...das
macht Schule, Baumschule (!!!), die Schule Tizians usw.
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Sofa
f.
[per eMail von Aurelia Hübner am 12. April 2005]
Das erst Ende des 17.
Jahrhunderts in unseren Sprachgebrauch übergegangene Fremdwort
stammt aus dem Arabischen. Dort bedeutet suffa eine Ruhebank.
Quelle: wikipedia.de
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Stuten
m.
leitet sich aus der Form des Brotes her. Offensichtlich war die
ursprüngliche Form ähnlich eines "Oberschenkels", einer
"Arschbacke", eines "Steißes".
Grimm
verzeichnet in seinem Wörterbuch: "schenkelförmiges, spindelförmiges
Brot", das etymologisch von niederdeutsch "stu:t",
niederländisch "stuit" für "Steiß" kommt. Das
Verbreitungsgebiet war Norddeutschland. "Stute" kommt
als Familienname bereits im 15. Jh. vor und ist "mittelbarer
Berufsname des Stutenbäckers" [Kluge, Etymologie]
Was
dann "Stutenmond"/"Stutenwoche" als Bezeichnung
für "Flitterwochen" zu bedeuten hat, mag man sich selbst
ausmalen ;-)
Übrigens findet
man diese sehr konkrete, an der äußeren Form orientierte Etymologie
ebenfalls beim Wort "Brezel", das von lat. "brachium"
=Arm kommt (Gebäck in Form von verschlungenen Armen).
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Tabernakel
n.
[per eMail von Aurelia Hübner am 12. April 2005]
Tabernakel (lat.
tabernaculum "Hütte, Zelt"; im Deutschen meist mask.)
ist in der katholischen Kirche die Bezeichnung für den Aufbewahrungsort
der eucharistischen Brotsgestalt, die als der Leib Christi verehrt
wird ("das Allerheiligste").Der Name ist eine Erinnerung
an das "Offenbarungszelt" (Einheitsübersetzung) bzw.
die "Stiftshütte" (Lutherübersetzung) des Alten
Testaments, die in der lateinischen Bibel tabernaculum testimonii
heißt. In ihr wurden die Gebotstafeln Moses (als Allerheiligstes)
aufbewahrt.
Zugleich ist das Wort eine Vorwegnahme des "himmlischen Jerusalem"
(s. Eschatologie), das als "Wohnung Gottes bei den Menschen"
(tabernaculum Dei cum hominibus) bezeichnet wird (Offb. 21,3).Entsprechend
seiner Bedeutung wird der Tabernakel seit der Gotik auf unterschiedlichste
Art künstlerisch ausgestaltet und ist auch in modernen katholischen
Kirchen ein Blick- und Andachtszentrum.
Quelle: wikipedia.de |
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tele-
Wortbestandteil in vielen Zusammensetzungen, aus griech. téle
'weit entfernt, in der Ferne'.
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Telefon
n.
aus
griech. téle (s.d.) und griech. phoné 'Klang, Stimme,
Ton'.
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Thema
n.
aus griech. théma, lat. thema
'Behauptung, Ausspruch'.
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Wälsch,
welsch Adj. romanisch,
italienisch, französisch. Wälsch ist eine Ableitung aus dem
Volksnamen Wahle, mit dem die Germanen ihre südlichen und
westlichen Nachbarn bezeichneten. Daher auch Wal-Nuss = Nuss der
Welschen.
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Welt
f.
[per eMail von Anja Stürzer am 5. Sept. 2007]
Ist meine Lieblings-Etymologie
und kommt von indogermanisch "wer-ald", d.h. "Mensch-Zeit"!
:-) |
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Wert
m.
zwei Bedeutungen als Nomen:
1.
Flussinsel = erhalten in Ortsnamen wie Finkenwerder oder [Werder
Bremen ;-)]: ist kein Witz!
2. ahd. werd, mhd. wert = Kaufpreis, kostbare Ware, Herrlichkeit;
Standesehre, Ansehen, Geld, Lohn, Preis; Geltung, Wertschätzung
Das Adjektiv "wert" (engl. worth) hat seinen Ursprung
mögl. Im indogermanischen *uert, "drehen , wenden" , erhalten
in Bedeutungen wie: nach einer bestimmten Richtung gewendet, gerichtet
auf (vgl. abwärts, auswärts usw.) Aus diesem Ursprung hat sich "wert"
im Sinne von wertvoll mögl. aus "gewendet" entwickelt
und die Bedeutung "einen Gegenwert haben", "ein Äquivalent
sein" angenommen. Ist verwandt mit dem Verb "werden".
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Abkürzungen
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| (s.d.) |
siehe dort |
| Adj. |
Adjektiv |
| amerik. |
amerikanisch |
| arab. |
arabisch |
| Bez. |
Bezeichnung |
| d. |
der / die / das |
| dt.
/ Dt. |
deutsch |
| engl. |
englisch |
| f. |
femininum (weibliches
Nomen) |
| f. |
für |
| frz. |
französisch |
| griech.
/ Griech. |
griechisch |
| Jh. |
Jahrhundert |
| jidd. |
jiddisch |
| lat. |
lateinisch |
| m. |
masculinum (männliches
Nomen) |
| männl. |
männlich |
| n. |
neutrum (sächliches
Nomen) |
| Plur. |
Plural (Mehrzahl) |
| rotw. |
Rotwelsch
(sehr alte deutsche Gaunersprache) |
| Vb. |
Verb |
| schweiz. |
Schweizer ...
(Adj.) |
| weibl. |
weiblich |
| * |
Wort ist erschlossen,
angenommen, nicht durch Belege bestätigt |
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Quellen: Grimms Wörterbuch Bd. 1-33 ; Hermann Paul, Deutsches
Wörterbuch; Friedrich Kluge, Etymologisches Wörterbuch; Wolfgang Pfeifer,
Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (dtv); Duden Bd. 7 Herkunftswörterbuch;
Siegmund A. Wolf, Wörterbuch des Rotwelschen; Ernst Wasserzieher,
Woher?; Lutz Mackensen, Deutsche Etymologie; dtv-Atlas zur deutschen
Sprache; Heinz Küpper, Wörterbuch der deutschen Alltagssprache; Knaurs
Historischer Weltatlas; Der Große Ploetz, Datenenzyklopädie der Weltgeschichte,
Spick - schweiz. Jugendzeitschrift, Wikipedia |
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