Eine 10. Klasse besuchte die umstrittene, international und national außergewöhnlich stark besuchte Ausstellung "KÖRPERWELTEN" in Köln. Zu sehen sind plastinierte Menschen, Organe, Körperteile, die inmitten eines plätschernden Bächleins, umgeben von üppiger Flora (Plastinate?), in Vitrinen oder auch lebensecht arrangiert, dargestellt werden. Der "skalpierte" Mensch, der seine Haut z.Zt. auf Litfaß-Säulen und Plakatwänden zum (Werbe-)Markte trägt, dürfte mittlerweile bundesweit ebenso bekannt sein wie der Mann, der so aussieht, als trage er einen Beuys-Hut.

Die Reaktionen der Schülerinnen und Schüler, die vorher ein Werbevideo gesehen und über die Ausstellung diskutiert hatten, sind hier auszugsweise abgedruckt:

1. Was hat dich an der Ausstellung "Körperwelten" beeindruckt?

2. Würdest du die Ausstellung oder einzelne Plastinate als Kunst bezeichnen?

3. Was hast du dazugelernt?

4. Ein Leserbrief als Auseinandersetzung mit den Schüler-Äußerungen vom Februar 2001

 
 

 

Was hat dich an der Ausstellung "Körperwelten" beeindruckt?

Antworten von 15 - 16jährigen Schülerinnen und Schülern

 

 
 

ANJA: Ich fand es interessant zu sehen, wie das Kind im Mutterleib heranwächst, aber gleichzeitig hab ich mich auch gefragt, warum die Kinder gestorben sind. Besonders schlimm fand ich die Missbildungen. Der Rest der Ausstellung war eher uninteressant, außer, dass man sehen konnte, wie ein Körper aufgebaut ist.

 

TILMAN: Da es sich bei den Plastinaten allenfalls um exakte Kopien von Menschen handelt, war ich nicht sonderlich bewegt oder beeindruckt. Nur bei der Darstellung von Haaren wurde mir ein wenig mulmig, weil ich nicht in der Lage war, diese von echten Haaren zu unterscheiden.

 

FELIX: Mich haben die medizinischen Möglichkeiten beeindruckt, viele Gelenke durch Implantate zu ersetzen.

 

SEBASTIAN: Beeindruckt hat mich: die mit Farbstoff gefüllten Adern und Kapillare, die künstlerischen Darstellungen und die Präzision der Präparate.

 

NADINE: Ich fand das sehr interessant, wie man die Körper dargestellt hat. Am besten fand ich den Körper, den man in der Mitte durchgeschnitten hat. Der sah richtig echt aus.

 

PETER: In der Ausstellung hatte ich Probleme, mir die Körper genau anzugucken. Ich glaube, dass die meisten, die diese Ausstellung nesuchen, sich nicht im Klaren sind, dass das, was sie sich da angucken, wirklich gelebt hat. Als ich durch die Ausstellung gegangen bin, habe ich mir immer vor Augen gehalten, dass in den Ausstellungsgegenständen wirklich einmal Leben war. Deshalb habe ich meine Tour auch nach ca. 10 Min. beendet.

 

Davor: Positiv beeindruckt hat mich die ganze Ausstellung, weil man das menschliche Innenleben gut beobachten konnte. Das war auch der Punkt, der mich vorher interessiert hatte. Der einzige negative Aspekt war, dass ich immmer wieder daran denken musste, dass diese Plastinate als Menschen oder in Menschen gelebt hatten.

 

NINA: positiv: am meisten haben mich die Babys fasziniert, es war super gemacht, und die schwangeren Frauen. Negativ: gab es nichts.