Azra Zahovic, 10. Jahrgang, hat sich Gedanken darüber gemacht, wie sie Freude unter die Menschen bringen könnte. Herausgekommen ist ein wunderschönes Gedicht, wie Ihr hier lesen könnt:  
 

 

Ich stell' mir vor, ich wär' ein Clown,
Mit dicker Nase und großem Mund,
Mit rotem Bein und grünem Bein
Und obenrum ganz kunterbunt.

Ich stellt' mich vor die Leute hin,
Die auf der Straße rennen, hasten,
Mit grauen Gesichtern, düstrem Sinn
-Sie tragen, scheint es, schwere Lasten-
Ich hielt' sie auf in ihrem Lauf,
Macht' Späßchen, dass sie stehen bleiben,
mir zuzuschauen bei meinem Treiben.

Der Herr, der an der Ampel steht,
mit Brille und mit strengem Auge
und Köfferchen voll Wichtigkeit,
Man sieht, er denkt, dass ich nichts tauge.

Ich nähm' ihn bei der Hand und - hupps -
Ließ' einen großen Schritt ihn machen
Mit mir - da liegen Steine, die keiner sieht -
Wir stiegen drüber hupps und hupps

Dann ließ' ich ihn mit einem Stups
Des Weges ziehn.
Da muss er lachen, geht beschwingt
Drei Schritte, dreht sich nochmal um und winkt
Und knipst mir schnell ein Äuglein zu -
Ich knips zurück.

Und all die andern, die stehen blieben
Zu sehn, was der Herr und ich da trieben,
Die müssen lächeln und plötzlich lachen
Und fröhlich packen sie ihre Sachen,

Denn die Sonne scheint und schön ist das Leben,
Man muß nur ein wenig die Mundwinkel heben.

Ich stell' mir vor, ich wär' ein Clown

Vielleicht - eines Tages - werd' ich mich traun.


 
   
   
 
© by Azra Zahovic, 27. August 2000